Wie beobachtet man Asteroiden?

Als Kind war ich schon vom Sternenhimmel begeistert. Als Jugendlicher habe ich mir dann ein gebrauchtes billiges Teleskop gekauft und experimentiert was ich damit am Himmel so erkennen konnte. Die Sonne, den Mond und die Planeten konnte man sogar ganz brauchbar damit beobachten. Trotz halbwegs dunklem Himmel gelang es mir damit aber nicht die interessanten Deep-Sky Objekte zu finden, das gab die Technik nicht her. So habe ich das Hobby erst mal wieder aufgegeben.

Durch Bücher wie Asteroid Now von Florian Freistetter und den Podcast Raumzeit von Tim Pritlove wurde mein Interesse an der eigenen Himmelsbeobachtung aber mittlerweile wieder geweckt. Mir war schnell klar dass ich Astrofotos machen wollte. Wobei ich sicher kein perfektionistischer semiprofessioneller Astrofotograf bin. Ich will auch gar nicht der 10000. Hobbyastronom sein der den Orionnebel oder die Andromedagalaxie ablichtet, wenn ich dazu Fotos anschauen will dann finde ich die im Internet wie Sand am Meer (und meistens vermutlich besser als ich es je hinbekommen würde). Es waren eher Artikel wie diese hier, die mich auf eine Idee brachten: Panik(mache) vor Asteroideneinschlag und Weltuntergang

In unschöner Regelmäßigkeit wird in semi-unseriösen Medien bzw. auf Facebook vor einem unmittelbar bevorstehenden Asteroideneinschlag auf der Erde gewarnt. Florian Freistetter berichtet immer wieder von solchen Falschmeldungen und dass da nichts dahintersteckt. Eines seiner wichtigsten Argumente ist dass am Himmel nichts versteckt werden kann. Falls es einen Asteroiden auf Kollisionskurs mit der Erde gäbe, dann könnten und würden Profi- sowie Hobby-Astronomen solch ein Objekt schon Wochen vor einem Einschlag entdecken. (Die einzige Ausnahme davon wäre falls der Asteroid so klein wäre dass er nur einen lokal sehr begrenzten Schaden verursachen könnte.)

Jeder kann also den Himmel absuchen und nach derartigen Objekten Ausschau halten. Warum also nicht auch ich? Man braucht noch nichtmal sonderlich teure Ausrüstung dafür. Ich starte also einfach mal ein Experiment und versuche als blutiger Anfänger ohne große Astronomiekenntnisse Asteroiden zu beobachten!

Damit ich nicht allzuviele Anfängerfehler mache habe ich mich auf der Astronomiemesse AME2015 umgehört und mir erstmal einige Bücher aus der Stadtbücherei besorgt und gelesen:

  1. „Astronomie für Einsteiger: Schritt für Schritt zur erfolgreichen Himmelsbeobachtung“ (2013) von Werner Celnik
  2. „Das Astro-Teleskop für Einsteiger“ (2008) von Heinz-Joachim Klötzler
  3. „Himmelsfotografie mit der digitalen Spiegelreflexkamera“ (2009) von Stefan Seip

In den einschlägigen Internetforen astronomie.de und astrotreff.de habe ich zwar gesucht, aber nichts so richtig passendes zum Thema Asteroidenbeobachtung für mich gefunden.

Mit den Informationen von der Messe sowie aus den Büchern kam ich zu dem Schluß mir für den Anfang eine digitale Spiegelreflexkamera zuzulegen. Falls ich mir jemals ein „vernünftiges“ Teleskop kaufe kann ich die ja prima weiterverwenden. Für den Einstieg wäre sie aber ideal für mich. Ich hatte früher eine analoge Spiegelreflexkamera von Canon mit zwei Objektiven, die Objektive kann ich jetzt sogar einfach weiterverwenden.

Equipment:

  • Einfaches Stativ (ca. €70)
  • Canon 1200d Gehäuse (ca. €300 inkl. SD-Cards)
  • Canon EF 35-105mm F/3, 5-4, 5 Zoomobjektiv (ca. €70)
  • Stellarium (Planetariumsoftware, gratis)

P1030524

Alles zusammen also €440 für den Einstieg. Jetzt fehlt nur noch das richtige Wetter für die Beobachtung! Ich werde mit den großen Asteroiden aus dem Asteroidengürtel beginnen und hier von meinen Erfahrungen berichten. Laut Stellarium sollte der Asteroid (4) Vesta zur Zeit im Süden sichtbar sein.

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